
Am 15. April 2026 startete die Global Sumud Flotilla ihre Fahrt von Barcelona aus in das besetzte, ausgehungerte und zerstörte Gaza mit medizinischen Hilfsgütern und Lebensmitteln an Bord, um einen humanitären Seekorridor zu eröffnen. Ich durfte an Bord eines der Boote mit neun weiteren Menschen als Kapitän teilnehmen.
Wir waren eines von mehr als 50 Booten auf dem Weg nach Griechenland, als wir am 29. April von israelischen Militärbooten westlich von Kreta nach Beschuss mit Gummigeschossen gestoppt wurden. Die Besatzung wurde gekidnappt, auf ein israelisches Gefängnisschiff verschleppt, misshandelt und nach zwei Tagen im Süden von Kreta der griechischen Küstenwache übergeben.
Am 14. Mai brachen 54 Boote von Marmaris, Türkei, nach Gaza auf. Ich war Kapitän eines kleinen Segelschiffes. Am 18. Mai wurde auch dieses Boot mit Gummigeschossen gestoppt und die siebenköpfige Besatzung gekidnappt. Zunächst wurden wir für zwei Tage auf ein Gefängnisschiff entführt, dann über den Hafen Ashdod in das Ktziot Gefängnis in der Negev Wüste verschleppt und dort für einen Tag festgehalten. Als Mediziner habe ich mich im Gefängnisschiff und im Gefängnis an der Versorgung der zahlreichen verletzten Menschen beteiligt.
Wesentliche Teile des vorliegenden Berichts sind auch in Protokollen der türkischen Polizei in Marmaris und Istanbul sowie der Bundespolizei in Hannover dokumentiert. Dieser Bericht beschreibt das systematische Foltern von gewaltfreien Teilnehmenden der Global Sumud Flotilla, um aufzuzeigen, welche viel schlimmere Gewalt die über 9000 politischen Gefangenen in israelischen Gefängnissen jeden Tag und seit Jahrzehnten erdulden müssen. Oft sind diese Menschen ohne Gerichtsurteil oder Anklage eingesperrt.

